Transcribed Shorthand

Versammlungsprotokoll, 27. Oktober 1935 (Meeting Transcript, October 27, 1935)

EA 35/47

Additional Information
Author Eberhard Arnold
Date October 27, 1935
Document Id 0000000127_39_S
Available Transcriptions English German

Meeting Transcript, October 27, 1935

[Arnold, Eberhard and Emmy papers – T.S.H.]

[Draft Translation by Bruderhof Historical Archive]

EA 35/47

Faith In Man – Faith For Man

October 27, 1935

No single movement that represents faith in man as man can truly lead to a satisfactory result. National Socialism is a movement of faith in man. To be sure, it represents this faith in a form that narrows the horizon in a certain definite way. It is for his nation that everybody should have this faith, this faith in race, blood, and landscape. In a similar way every other movement representing faith in man involves a certain narrowing. The political socialist movements, e.g., address themselves solely to the political man. Of course, if a movement could really embrace all men equally, it would be more than a movement of faith in man.

If even those restricted movements cannot lead faith in man to a satisfactory outcome, a movement embracing all mankind would become even more keenly aware that it cannot succeed in its own strength. We must have faith for man. And we need faith for every man just as he is, hence for all men. It doesn't help us to say with the Marxists: "Change the outward conditions, then men, too, will change", for the outward conditions are not changing nor will they change tomorrow. Neither does it help us to say: We must first of all educate men, the young people too, so that in a hundred years or so true men will be there. That idealism is something all men share, but a hundred years ago they surely didn't manage it.

So we do need faith for man as he is. But it can be true faith only if at the same time we see man as he ought to be and will be. Now that is already a religious faith, for from where do we get that mental picture? We confess it is derived from Jesus, the son of Mary. And we avow a faith for all men and the whole of mankind regardless of nation or confession. We have faith for each one of these one or two hundred millions just as he is. And we have faith for each of them as he ought to be and will be. We have faith for him in accordance with the image of Christ that has been revealed to us.

So you will understand that our communal life is lived for the sake of all mankind. When we see a pastor reside in a villa of six or eight rooms, we love him as he is. But we do not believe that he presents a picture of what he should be and what he can become. We do not believe that his life depicts Christ and a true fellowship of mankind. That is why we see it as so necessary and so absolutely urgent that we lead in these days a life of Christian discipleship and of community in Christ. Happy each one that is called to that and follows the call. And may those so called, for example people like us, be granted ever deeper insight and a stronger, brighter enthusiasm for giving this life an ever clearer form.

Versammlungsprotokoll, 27. Oktober 1935

[Arnold, Eberhard and Emmy papers – T.S.H.]

EA 35/47

Glaube an Menschen – Glaube für Menschen

27. Oktober 1935

Keine einzige Bewegung, die den Glauben an den Menschen als Menschen vertritt, kann wirklich zu einem befriedigenden Resultat führen. Der National-sozialismus ist eine Bewegung des Glaubens an den Menschen. Freilich vertritt er diesen Glauben in einer bestimmten Einengung des Gesichtskreises. Ein jeder soll für seine Nation diesen Glauben an den Menschen haben, diesen Glauben an Rasse, an Blut, an Landschaft. Aber auch jede andere Bewegung, die den Glauben an den Menschen vertritt, hat irgend eine andere Einengung, beispielsweise die politischen sozialistischen Bewegungen, sie haben die Einengung auf den politischen Menschen. Wenn eine Bewegung wirklich alle Menschen in gleicher Weise umfassen könnte, dann freilich wäre sie schon mehr als eine Bewegung des Glaubens an den Menschen.

Wenn schon die verengten Bewegungen nicht imstande sind, den Glauben an den Menschen zu einem befriedigenden Resultat zu führen, so würde eine ganz umfassende Menschheitsbewegung erst recht merken, dass sie aus eigner Kraft nicht durchkommt. Wir müssen Glauben haben für den Menschen. Und wir brauchen Glauben für jeden Menschen so wie er ist, also für alle Menschen. Es nützt uns nichts, wenn wir mit den Marxisten sagen: ändert die äusseren Verhältnisse, dann werden auch die Menschen geändert sein. Denn die äusseren Verhältnisse sind eben nicht geändert und werden auch morgen nicht geändert sein. Es nützt

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auch nichts, wenn wir sagen: wir müssen jetzt erst mal die Menschen erziehen, vielleicht auch die Jugend, damit erst nach 100 Jahren die richtigen Menschen da sein werden; denn in Wahrheit haben alle Menschen diesen Idealismus und haben es auch vor 100 Jahren nicht geschafft.

Also brauchen wir einen Glauben für den Menschen wie er ist. Aber das kann nur dann ein wirklicher Glaube sein, wenn wir zugleich den Menschen sehen, wie er sein muss und sein wird. Das ist aber bereits ein religiöser Glaube. Denn woher haben wir dieses Bild? Wir bekennen dieses Bild von Jesus, dem Sohn der Maria. Und wir bekennen uns zu dem Glauben für alle Menschen und die ganze Menschheit ohne Unterschied der Nation oder Konfession. Wir glauben für je3den dieser 100, 200 Millionen Menschen, so wie ein jeder ist. Und wir glauben so für einen jeden von ihnen wie er sein soll und wie er sein wird. Wir glauben für ihn nach dem Bilde des Christus, das uns offenbar geworden ist.

Und so werdet ihr verstehen, dass unser gemeinsames Leben der ganzen Menschheit gilt. Wir lieben einen Pastor, der in einer schönen Villa von 6 oder 8 Zimmern lebt, so wie er ist. Aber wir glauben nicht, dass er das Bild ist für das, was er sein sollte und werden kann. Wir glauben nicht, dass sein Leben ein Bild Christi und wahrer Menschheitsgemeinschaft ist. Und deshalb scheint es uns so notwendig zu sein und so unumgänglich dringend, dass wir in dieser Zeit ein

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Leben der Nachfolge Christi und der Gemeinschaft in Christus führen. Und glücklich ein jeder, der dazu berufen ist und diesem Rufe folgt. Und möchte denen, die dazu berufen sind, wie uns z.B., eine immer tiefere Klarheit, stärkere, hellere Begeisterung gegeben werden, dieses Leben immer deutlicher zu gestalten.